Montag, 16. Juli 2012

Schwarzes Glück III


Schwarzes Glück

III.



Julia war überwältigt von der so surreal wirkenden Situation. Man hatte ihr die Augen verbunden und sie hatte es ohne Widerstand zu leisten, zugelassen. Erstarrt stand sie nur wenige Handbreit von dem Mann entfernt, denn sie im wirklichen Leben erst seit einer Stunde kannte. Luzifer, ihr Onlinefreund hatte ihr den eigenen schwarzen Seidenschal fest um die Augen gebunden und sie so ihres Sehsinns beraubt, sie fühlte aber, dass er es dabei nicht belassen würde.

Ihr Herz schlug kräftig in der Brust. Sie wie nahe war er ihr nur gekommen. Er hatte sie berührt und begann sie nun zu führen. Sie spürte den sanften Druck seiner Finger an ihren Armen und gab ihn nach. Sie glaubte, er führt sie in ihr Wohnzimmer, wo in einer Ecke auch ihr Bett stand. Nur kleine Schritte ließen sie unsicher vorantaumeln in das Reich der Dunkelheit, in dem sie doch eigentlich zu Hause war.

"Keine Angst", meinte Luzifer zu ihr. Seine aus dem Internet vertraute Stimme beruhigte sie tatsächlich. Nur ein wenig, aber es reichte aus, um das seltsame Spiel nicht abzubrechen. Ein Spiel, welches sie gemeinsam schon viele Nächte lang gespielt hatten. Ein Spiel, in dem sie keine Fremden waren, sondern sich gegenseitig ihre erotischen Fantasien eröffneten. Dies hier war anderes. Fremd, verstörend und doch irgendwie prickelnd. Sie roch den schweren, würzigen Duft ihres Wohnzimmers. Das Räucherwerk hatte sich in jede Pore ihrer Einrichtung gesogen und auch ohne irgendein Zutun ihrerseits roch es hier ganz eigen.

Luzifer, ihr fremder Freund führte sie auf den Teppich in der Mitte ihres Zimmers. Er kannte es. Einmal hatte sie es ihm mit der Webcam gezeigt. Hatte er es sich tatsächlich gemerkt? Sicher. In den Monaten, seit sie ihn kannte, so er alles von ihr auf, was sie ihm gegeben hatte. Wie ein Schwamm speicherte er jede bischen an Information, welches sie ihm gab. Langsam wurde Julia bewusst, dass sie sich ihm so sehr geöffnet hatte, wie keinem anderen Menschen in ihrem Leben.

Er löste sich kurz von ihr und sie hörte, wie die Zimmertür geschlossen wurde. Was hatte er vor? Julia schluckte. Angst kribbelte durch ihre blasse Haut und sie spürte das aufsteigen von Panik. Oft hatte sie mit ihm solche Fantasie geteilt, während sie durch die Kopfhörer ihres Headsets sein leises Stöhnen hörte. Sie ahnte, dass er sich genau wie sie in diesem Moment selbst befriedigt hatte, doch hatte sie ihn nie gefragt. Zu sehr war sie in diesen Momenten auf sich und ihre eigene Lust fixiert gewesen.

"Luzifer, was hast du vor?", war eine unausgesprochene Frage, die auf ihren zitternden Lippen ruhte, als er wieder an sie herantrat und seine warmen Händen auf ihre Schultern legte. Seine Nähe war ein Geschenk und Fluch zugleich. Sie spürte seinen Atem, spüre seine Aura, die sich wie eine unsichtbare Barriere gegen die ihre drückte. Ein erneuter Schauer durchlief sie, als ungewohnte Hände sich an ihren Schultern herunter über ihren Brustkorb wagten und ihre zarten Hügel streiften, die durch den Pulli kaum mehr als unscheinbare Wölbungen waren. So unscheinbar sie vielleicht auch wirkten, so intensiv war das Gefühl, welches sie unter der schwarzen Stoffhülle vernahm.

Die Vorhöfe erstarrten und ihre Nippel schmerzten. Ein Verlangen wuchs in ihr, welches gegen Angst und Scham ankämpfte. Anders, als man vielleicht glauben mochte, war Julia alles andere als eine Schlampe, die jeden Tag nur ihrer Lust frönte. Erotik hatte für sie auch immer etwas mit Vertrauen zu tun. Die wenigen realen Freunde, die sie bis jetzt gehabt hatte, waren stets enge Vertraute gewesen und den einen Onenightstand hatte sie insgeheim bereut, auch wenn sie nach außen hin souverän damit umgegangen war. Dass Luzifer ihren Körper nun zu streicheln begann, forderte von dem Mädchen innerliche Überwindung. Vielleicht war gerade die Augenbinde in diesem Moment eine Stütze, die half, die Nähe zu ertragen.

Die Hände des groß gewachsenen Mannes erreichten den Saum ihres Pullis und wanderten darunter. Er tastete das Shirt, welches sie darunter trug, und zog es aus ihrem Hosensaum. Julia wagte kaum zu atmen, als sie seine Finger auf ihrem Bauch spürte. Seine Fingerkuppen umspielten ihren flachen Bauch. Sie umkreisten ihren Bauchnabel und hoben dabei den Stoff immer weiter an.

Er senkte seinen Kopf zu ihr herab. Sein Atem streichelte ihren Hals und Nacken. Seine Hände massierten ihren Bauch und liebkosten immer wieder neckisch ihre von einem Spitzen-BH verhüllten Brüste. Julia wiegte sich in Luzifers Armen, als wäre er ein Engel, der gekommen war, um sie in mit seinen gewaltigen Schwingen zu umarmen. Vielleicht war es auch so. Luzifer, der Lichtbringer, der ihr in der Finsternis das Glück zu bringen schien. Das Glück wirkte vollkommen, als sich seine Lippen an ihren Haaransatz legten und ihr so einen Kuss schenkten.

Gefangen in der Dunkelheit, stöhnte das Mädchen leise auf. Zu schön war der Moment. Sie lehnte sich an ihren schwarzen Engel. Sie wollte seine Nähe nicht mehr vermissen, wollte bei ihm sein. Zweifel und Ängste schwanden mit jedem weiteren seiner warmen Küsse, die von Mal zu Mal fordernder wurden. Bereitwillig hob sie die Arme, als er schließlich ihren Pullover gemeinsam mit dem Shirt über ihren Kopf zog. Längst hatte sie das lästig gewordene Schamgefühl beiseitegelegt um sich ganz der männlichen Nähe hinzugeben, die mit jedem Herzschlag mehr von ihr Besitz ergriffen hatte.

Luzifer küsste nun die nackten Schultern. Ihre blasse Haut glänzte bleich im Zwielicht, welches von der Straße hereinfiel. Er hatte kein künstliches Licht entfacht und stand mit seiner, ihres Sehsinns beraubten Eroberung, nun selbst im halbdunklen Raum. Ihm schien dies nichts aus zu machen, denn seine Hände streichelten und verwöhnten weiter Julias Körper, während er sie langsam in Richtung des großzügigen Bettes leitete.



Kommentare:

  1. Ich war ja eine Weile nciht da - und der Hnger ist aucgh ein klein wenig gestillt aber.... Da waren Häppchen. Wundervolle köstliche Häppchen die ich mit vergnügen verschlungen habe.

    Was soll ich sagen: Es gibt wenig Geschichten die ich so bsolut gar nicht magvon dir - fühl dich weiterhin gelobt.

    AntwortenLöschen
  2. Mir gefällt diese Geschichte besonders gut. Einerseits sehr sinnlich und sanft. Andererseits sehr dunkel und gefährlich. Bin sehr gespannt wie es weiter geht und hoff Du schreibst bald eine Fortsetzung.

    AntwortenLöschen
  3. Masters HHH willige Susi26. Oktober 2014 um 13:29

    Einen schönen Sonntag Herr Krystan ,
    eine prima geile Geschichte für einen
    geilen Sonntagnachmittag .
    Ich soll wärend des lesen auf dem
    Master sitzen !
    Wo muß ich dir/euch wohl nicht
    genauer erklären , oder ?
    Aber nun seine Wertung 5/10 .
    Kann ich zwar nicht verstehen .

    Liebe demütige Grüße Susi

    AntwortenLöschen