Samstag, 17. Mai 2014

Erotisches Rollenspiel: Die Assassine und der Magier Teil 30

30 Teile sind es in inzwischen über einem Jahr geworden. Ganz schön viel, aber ich denke, es werden vielleicht ein paar mehr werden, was meint ihr?


Die Assassine und der Magier Teil 30



Alric:
Auch wenn es bereits wieder später Nachmittag war, brannte die Sonne heiß auf den von Steingebäuden umringten Platz nahe des kleine Hafens. Die Natur schien den Atem anzuhalten, denn kein Windhauch blies über die Haut der anwesenden.

Orphilia war zwischen zwei Pfähle gebunden. Der Kopf des Mädchens war gesenkt. Den ganzen Tag stand sie dort. Schweißperlen zierten ihre dunkle Haut. Sie war vollkommen nackt, und anders als bei Lhynne, zierten keine Schmuckstücke, Bandzeichen oder ein Halsband ihren Körper.

Alric saß an einer Tafel, die man für ihn vorbereitet hatte. Diesmal hatte die Dorfbewohner reichlich aufgetischt. Fleisch, Fisch, Obst und verschiedene Meeresfrüchte waren für den Herrscher aufgetischt worden.

„Bedien dich“, meinte Alric knapp, der in der Zeit von Lhynnes Bewusstlosigkeit dreimal Gegessen hatte.

Lhynnes Platz war zu seiner Rechten, während Orphilias Vater zu seiner Linken saß. Er war der Verwalter doch in diesem Moment wusste der Mann, dessen Alter man wesentlich besser erkennen konnte als Alrics, dass seine Zukunft auf Messers Schneide lag.

„Es tut mir sehr leid, dass diese Sklavin Euch enttäuscht hat, Herr.“ Er vermied es diesmal bewusst, auf seine Verwandtschaft hin zu weißen. Er wusste zwar nicht was vorgefallen war, doch es war ihm klar, dass Orphilias Schicksal düster sein würde. „Soll ich sie für euch töten, Herrin?“


Lhynne:
Lhynne blinzelte, als sie hinaus ins Freie trat, so sehr blendete die Sonne sie im ersten Moment. Auch wenn Alric sie nicht in einem dunklen Verließ gefangen hielt, war es doch eine geraume Weile her, seit die Sonne Stygiens das letzte Mal ungefiltert auf sie hinab gebrannt hatte und die Aquilonierin wünschte sich augenblicklich in die kühleren Räumlichkeiten zurück. Da sie allerdings wusste, wie sehr ein Fehlverhalten ihrerseits auf ihren Herrn zurück fallen würde, bewegte sie sich mit eleganten Schritten auf die reich gedeckte Tafel zu, ganz so, als würde sie die Hitze nicht einmal bemerken. Sie hoffte allerdings inständig, dass das Spektakel nicht allzu lange dauern würde.

Orphilia lediglich eines flüchtigen Seitenblicks würdigend, trat sie an Alrics Seite, knickste anmutig und nahm Platz. Der Stuhl hatte sie verunsichert, hatte sie doch eigentlich damit gerechnet, neben ihm auf dem Boden knien zu müssen, doch da der Platz relativ offensichtlich für sie frei gehalten worden war, setzte sie sich ohne zu Zögern.

Auf das "Bedien dich" hin musste Lhynne einen nicht unbeträchtlichen Teil ihrer Selbstbeherrschung aufbringen, um sich nicht wie eine Verhungernde auf das Essen zu stürzen. Die verschiedenen Speisen dufteten und sahen jede für sich köstlich aus, doch alleine beim Anblick des Essens krampfte ihr Magen sich schmerzhaft zusammen und sie schaffte es gerade noch eben so, das vernehmliche Knurren mit einem falschen Husten zu überdecken.

Höflich drapierte sie ein wenig Obst, sowie zwei Stücke verschiedenen Fischs auf ihrem Teller und begann langsam zu essen. Den Mann zu Alrics linker Seite hatte sie im Hinsetzen kurz gemustert. Eine gewisse Ähnlichkeit ließ darauf schließen, dass es sich um Orphilias Vater handelte, also den Mann, der in ihren Augen die meiste Mitschuld trug. Dass dieser nun ohne mit der Wimper zu zucken bereit war, seine Tochter über die Klinge springen zu lassen, um seinen Hals zu retten, passte ins Bild.

Allerdings zeigte er mit seinem Vorschlag nicht nur, was für ein feiges Schwein er - in Lhynnes Augen - war, er brachte sie damit auch gleich in eine nicht ungefährliche Situation. Alric hatte sie zwar vorgewarnt, dass die Menschen sie hier als Herrin ansehen würden, doch hatte sie gehofft, dass man ihr das Leben des Mädchens nicht in der Öffentlichkeit in die Hände legen würde. Alleine mit Alric hätte sie gerne um Orphilia gefeilscht, doch hier würde man eine durch und durch souveräne Antwort von ihr erwarten.

In Ruhe zu Ende kauend richtete sie ihren Blick auf die junge Sklavin. Sie konnte nur vermuten, wie lange Orphilia dort schon in ihren Fesseln hing. Nachdenklich musterte sie den schweißüberströmten nackten Körper, ehe sie sich wieder dem Verwalter zu wandte.

"Sie zu töten wäre eine Verschwendung. Ich denke, mein Herr würde weitaus mehr davon profitieren, wenn sie lebt."


Alric:
Hilflos musste Orphilia miterleben, wie über ihr Schicksal beraten wurden, während die Menschen des Dorfes sich zu einer Art Festbankett um ihren nackten Körper versammelt hatten.

Während Herr und Herrin mit ihrem Vater an einer Tafel saßen, bleiben auch die anderen Bewohner nicht hungrig. Der Meister hatte sie offenbar eingeladen, sich zu einem gemeinsamen Mal am Platz zu sammeln. Fisch und Gemüse war reichlich vorhanden. Auch ein paar frisch geschlachtete Ziegen wurden über dem Feuer gegrillt.

Der Duft nach frischem Braten ließ das Mädchen ihren ganzen Hunger spüren. Zwei Tage lang ohne Essen und Trinken hatten seine Spuren hinterlassen. Besonders der Durst hatte sie jedoch geschwächt. Der Knebel saß so, dass ihr Mund weit geöffnet war. Inzwischen fühlte sich dieser ganz ausgetrocknet an. Auch wenn ein der Dorfbewohner, Evan, der sie schon oft heimlich aufgelauert und berührt hatte, immer wieder mit einem in Essig getränkten Schwamm vorbei kam und ihr die Lippen befeuchtete. Unbemerkt von den anderen Dorfbewohnern streichelte er dabei über ihre intimen Stellen und flüsterte ihr böse Worte zu.

Alric schien davon nichts mit zu bekommen, zumindest beachtete er die Sklavin weniger, als ihren Vater. Er lauschte seinem Vorschlag und auch der Wiederung seiner Leibsklavin, die ganz offensichtlich ein Interesse an dem Mädchen hatte, auch wenn Alric von ausging, dass dieses eher ein unterschwelliger Instinkt war, der sie zur Beschützerin machte. Oder war es etwas anderes?

Magie konnte großen Einfluss haben. Ähnlich wie bei der Droge könnte es auch sein, dass Lhynnes Körper Geschmack an der Kost gefunden hatte, die das mit wilder Magie gesegnete Mädchen ihr bereitet hatte. Ein interessanter Gedanke, der im Moment aber keine Bedeutung hatte.

„Meine Lhynne ist wie immer sehr praktisch“, erklärte Alric. „Ich denke sie sorgt sich um meinen Besitz, wie es auch ein guter Verwalter tun sollte. Dinge von Wert sollten nicht verschwendet werden, ohne dass sie noch einen Nutzen haben.“

„Gewiss Herr“, meinte der Verwalter beschämt.

„Was den Profit angeht …“, Alric schien kurz zu überlegen. Er betrachtete seinen Verwalter und anschließend Lhynne. Bevor jedoch ein weiteres Wort über seine Lippen kam, ergriff der Verwalter selbst das Wort.

„Ihr könntet sie als Sklavin in den Norden verkaufen. Die Wilden dort würden für eine jungfräuliche Blüte des Südens bestimmt viel geben. Auf der anderen Seite Herr, könntet ihr gewiss auch eurer Vergnügen mit ihr haben. Ein Mann von eurer Macht weiß bestimmt ein Mädchen wie sie zu Unterwerfen. Oder ihr könnt diese Arbeit verdienten Männern auferlegen, wenn ihr es selbst nicht tun wollt. Eine öffentliche Darbietung wäre bestimmt für die Moral ganz förderlich.“

Die Stimme von Orphilias Vater klang laut und deutlich, so dass jeder sie vernehmen konnte. Bestimmt würde manchen der Männer bei diesen Worten jetzt schon das Blut in die Lenden fließen, denn Orphilia war wirklich eine hübsche Blüte, der gerne gepflückt würde. Alric jedoch schwieg erst einmal.


Lhynne:

Dankbar, dass Alric erst einmal das Wort ergriff - und vor allem zutiefst erleichtert, dass er an ihrer Antwort offenbar nichts auszusetzen hatte - widmete Lhynne sich ihrem Essen. Gerade so schnell, dass es nicht unhöflich wirkte, leerte sie ihren Teller und füllte ihn anschließend sogleich wieder. Ihr Herr hatte ihr erlaubt, sich zu bedienen und genau das tat sie. Der Fisch und das Gemüse schmeckten köstlich und wer wusste schon, wann sie das nächste Mal etwas zu essen bekommen würde. Um der Hitze Herr zu werden, trank sie zwischendurch immer wieder einen Schluck aus ihrem Becher, verdünnte den Wein aber stark mit Wasser. Hitze und Alkohol waren eine gefährliche Kombination und sie wollte einen klaren Kopf bewahren.

Orphilia würdigte sie während dessen kaum eines Blickes. Zum einen gab es in ihren Augen nicht wirklich viel zu sehen - das Mädchen hing immer noch so in ihren Fesseln, wie zuvor - vor allem aber wollte sie nicht den Eindruck von zu hohem Interesse erwecken.

Als der Verwalter Alric dann mehr oder weniger ins Wort fiel, sah Lhynne auf. Sie würde jede Wette eingehen, dass ihr Herr den Kerl für unfähig hielt, aber aus irgendeinem Grund ließ er ihn gewähren, also tat sie es ebenso und aß weiter.

Was ihre Beweggründe anging, hatte der Magier nur zum Teil Recht. Ja, einen gewissen Beschützerinstinkt, woher auch immer der nun wieder kam, konnte sie wohl nicht abstreiten, vor allem aber waren es inzwischen praktische Überlegungen, die sie antrieben. Richtig eingesetzt wäre Orphilia eine Waffe, die niemand als solche erkennen würde und deren Effektivität außer Frage stand. Gut, man würde einige Arbeit in ihre Ausbildung stecken müssen, aber das sollte machbar sein.

Orphilias Magie selbst noch einmal zu spüren, darauf war Lhynne allerdings ganz und gar nicht aus. Sicher, das Erlebnis war mehr als überwältigend gewesen, aber in ihren Augen nun einmal nicht echt. Und wenn es schon jemand schaffte, sie durch multiple Orgasmen besinnungslos werden zu lassen, dann bitte ihr Herr.

Eher auf einem Ohr lauschte sie den Ausführungen des Verwalters, der einem Fähnlein im Wind gleich seine Meinung der Alrics anpaßte und ihm nun neue Ideen offenbarte. Da dieser allerdings zunächst schwieg, ergriff Lhynne wieder das Wort.

"Nach einer öffentlichen Darbietung wäre sie vollkommen nutzlos. Allerdings wusste ich auch nicht, dass Ihr Probleme mit der Moral Eurer Leute habt." Sie lächelte freundlich, ganz so, als sei ihr nicht einmal bewusst, dass sie dem Verwalter soeben Inkompetenz vorgeworfen hatte.


Alric:
Sorgfältig hörte Alric den beiden zu. Er verstand natürlich Lhynnes Spitze, wie er auch die Argumente des Verwalters verstand. Geschickt hatte der Mann seine Stimme erhoben und den Anwesenden ein Schauspiel versprochen. Dass er dabei seine eigene Tochter opfern würde, verschaffte ihm in Alrics Augen sogar einen gewissen Respekt für Skrupellosigkeit.

Alric selbst hatte seine Nachkommen meist geschont. Selbst Nori war von ihm nie wirklich in Gefahr gebracht worden, ob wohl das junge Dinge Lhynne mehrfach an den Rand ihres Lebensfadens gereizt hatte. Orphilia jedoch war nicht Nori. Sie war Wertvoll und zugleich war sie ein Spielball der Mächte geworden. Hier auf der Insel und wenn man sie von hier fort brachte.

Der Schachzug des Verwalters zwang Alric jedoch dazu, sein Spiel ein wenig abzuändern. Die Sklaven erwarteten ein Schauspiel und sie erwarteten Härte von ihrem Herrn. Zumindest solange es sie nicht selbst betraf. Die Tatsache das Orphilia offenbar den schlechten Ruf ihres Vaters geerbt hatte, beschnitt die Möglichkeiten für den Magier.

Auf seinem Thron sitzend blickte er zu Lhynne und wartete, bis diese offenbar zu Ende gegessen hatte. Dann griff er zu der Peitsche an seinem Gürtel und reichte sie ihr. Es war eine Zeremonienpeitsche mit fünf schwarzen Lederriemen. Der Griff war aus Silber und besaß Goldeinlagen in der Form einer Schlange. Ein Rubin saß am Kopfende, welches anatomisch durchaus Ähnlichkeit mit einem Phallus besaß. Alric hatte die Peitsche aus seiner Kammer in Khemi mitgebracht. Sie war ganz offensichtlich nicht für den normalen Gebrauch bestimmt, auch wenn sie voll funktionstüchtig war.

„Die Menschen erwarten ein Schauspiel. Sie sollen eines bekommen“, sprach er leise. Er erhob sich und streichelt Lhynne über die Wange.

„Orphilia, Tochter des Verwalters Leorek hat meiner Leibsklavin Lhynne ein Leid angetan. Im Sinne der Gerechtigkeit ist es an ihr, die Strafe zu vollziehen“, verkündete Alric mit lauter Stimme. „Ob sie Orphilia die Peitsche oder einen Kuss gibt, dass obliegt ihr alleine. Ich denke sie wird richtig entscheiden.“

„Verwalter Leorek folgt Euer Herrin zum Richtplatz. Ihr werdet bestimmt dabei sein wollen.“

Der Verwalter nickte.


Lhynne:
Lhynne verstand Alrics Gelassenheit nicht wirklich. Sie hatte ihn so oft wegen Nichtigkeiten aus der Haut fahren sehen, dass sie fest damit gerechnet hatte, dass er den Verwalter in seine Schranken weisen würde. Der Mann hatte ihn brüskiert, indem er ihm am ersten Tag nicht einmal ein Essen hatte zubereiten lassen und nun erwies er sich als intriganter Speichellecker. Aber natürlich stellte die Aquilonierin die Reaktion ihres Herrn nicht in Frage, schließlich war sie nicht lebensmüde. Vielleicht, wenn Alric guter Stimmung war, würde sie ihn später nach seinen Beweggründen fragen, aber nicht, um ihn zu kritisieren, sondern aus schlichtem Interesse.

Trotz ihres anfänglichen Heißhungers aß Lhynne relativ zügig zu Ende. Ihr Körper hatte sich mit der Zeit an die unregelmäßigen und meist eher kleinen Portionen gewöhnt und abgesehen davon machte ihr die Hitze langsam aber sicher zu schaffen.

Die Peitsche ergreifend schloss sich ihre Hand um den Griff, nicht allerdings, ohne ihn ausgiebig zu betrachten. Durch die fünf Riemen würde sich die Kraft eines Schlags halbwegs gleichmäßig verteilen... wenn man denn zuschlug. Der Form des Griffes nach zu urteilen, war die Waffe eher für einen anderen Gebrauch geschaffen, aber noch war die Aquilonierin sich nicht sicher, was ihr Herr von ihr erwartete.

Auf seine Aussage hin nickte sie. Sie war sich immer noch nicht gänzlich sicher, aber die Tatsache, dass eine fünfköpfige Peitsche nicht unbedingt zu ihren bevorzugten Waffen gehörte, trug zu ihrer Entscheidung bei. Sie wusste zwar in etwa, wie man sie schwingen musste, aber durch die sengende Sonne würde sie selbst nach nur wenigen Hieben schweißüberströmt nach Atem ringen und darauf war sie nicht allzu erpicht.

Alric ein sanftes Lächeln schenkend, als dieser ihr über die Wange streichelte und sich erhob wartete sie, bis er sein Urteil verkündet hatte. Erst dann stand sie auf, sank erneut in einen tiefen Knicks hinab und wandte sich ab. Sie füllte einen leeren Becher mit der Weinschorle und hob ihn in Richtung des Verwalters. "Wir wollen doch, dass Orphilia ihre Strafe bei vollem Bewusstsein erlebt, nicht wahr?", erklärte sie ihre Handlung laut, ehe sie die Tafel verließ und auf die Gefangene zuschritt.

Probehalber ließ sie dabei die Peitsche durch die Luft fahren. Zum Teil, um ein Gefühl dafür zu bekommen, vor allem aber des Effektes wegen. Der Knall hallte laut über den Platz, Staub wurde aufgewirbelt dort, wo die Enden den Boden getroffen hatten und der Luftzug streichelte durch die hellen Haare der Aquilonierin.

Bei Orphilia angelangt schob sie die Hand, mit der sie auch die Peitsche hielt, in das schweissnasse schwarze Haar des Mädchens und zog ihren Kopf in den Nacken. "Wenn Du Magie wirkst, egal wie intensiv, egal, ob ich nur ein sanftes Prickeln spüre, oder wieder die Besinnung verliere, wird mein Herr dich von jedem Mann auf dieser Insel schänden lassen. Wieder, wieder und wieder. Du wirst um den Tod betteln, aber niemand wird dir diese Gnade gewähren."

Lhynnes Worte waren ein Flüstern, nicht mehr als ein flüchtiger Windhauch, der allein an Orphilias Ohren drang. Für die anderen Dorfbewohner musste es so aussehen, als würde sie der jungen Frau in bunten Bildern erklären, was nun auf sie zukam. Dass ihre Drohung dabei aus der Luft gegriffen war und sie keineswegs wusste, wie der Magier reagieren würde, sollte Orphilia ihre Kräfte noch einmal einsetzen, war unwichtig. Lhynne wusste, wie bedrohlich ihre Stimme geklungen hatte und da die andere Sklavin ohnehin völlig verängstigt wirkte, würde sie ihr jedes Wort glauben.


Alric:
Auch wenn Orphilia sehr schöpft war, musste sie durch die Fesseln aufrecht stehen. Der Knebel bestand aus einem Metallring, der mit Lederbändern hinter dem Kopf fixiert war. So war es ihr unmöglich den Mund zu schließen und normal zu reden. Als Lhynne jedoch das Wort an sie richtete, konnte sie sehr wohl Laute von sich geben.

„Aaahnnnnhhh ihhhh nihhhh tuhhhn. Ittte, nihhh“, stammelte sie ohne dabei den Mund bewegen zu können. Ihre Zunge klebte bereits von der Austrocknung.

„Warten sie, Herrin, ich helfe ihnen“, meinte der Mann mit dem essigschwamm und schob ihn der armen Orphilia in den Mund. Übelkeit jagte durch ihren Körper und ihre Augen weiteten sich. „Das hilft ihr, damit sie ihre Strafe auch bewusst wahrnimmt“, erklärte der hilfsbereite Vorarbeiter.

Alric betrachtete beide und erkannte den Vorarbeiter. Er war auf seiner Liste gerade nach oben gerutscht. Alric schätzte Eigeninitiative. Doch dies war Anmaßung. Der Magier konnte den Unterschied genau erkennen, sagte aber nichts weiter, sondern erhob sich fast unbemerkt von seinem Platz.

Die Menschen wollten ein Schauspiel sehen und das sollten sie auch bekommen. Die Stellung in der sich Orphilia befand war prädestiniert dafür. Ihr zierlicher Mädchenkörper war in Pose gebracht und der Essig tropfte aus ihrem geöffneten Mund auf die kleinen Brüste der dunkelhäutige Sklavin.

Auch Alric beobachtete Lhynne und die junge Sklavin genau. Er wusste nicht, wie Lhynne reagieren würde. Es war ein Test für sie und zu gleich für sein Vertrauen. Natürlich sagte er dies nicht, aber er würde aus ihrem Verhalten Schlüsse für die Zukunft ziehen. Was Orphilias Schicksal anging. Darüber würde wohl dieser Tag entscheiden.

„Herrin, ihr dürft ruhig fest zu schlagen“, meinte der Verwalter beiläufig, als er neben Lhynne doch außer Reichweite von Alric stand. „Der Herr wird sich bestimmt freuen, wenn ihr eure Rache habt.“

Panik glänzte in Orphilias Augen und Tränen bildeten sich, ohne dass sie weinte. Das Mädchen fühlte die Worte ihres Vaters wohl als schlimmere Strafe als den Tod.


Lhynne:
Orphilias Reaktion genügte Lhynne, zeigte sie doch, dass die dunkelhäutige Sklavin sie verstanden hatte und nicht bereits so weit weggetreten war, dass sie nichts mehr wahrnahm. Darauf bauend, dass das Mädchen ihre Magie wirklich zurück halten würde, wandte Lhynne sich ihrem nächsten Problem zu: den beiden Männern.

Alric hatte ihr verdeutlicht, welche Stellung sie auf dieser Insel inne hatte und dementsprechend würde sie sich verhalten. Alles, was sie tat, würde auf ihren Herrn zurück fallen, also musste sie ihr weiteres Vorgehen gut überlegen, durfte aber vor allem keine Schwäche zeigen.

"Eure Initiative ist... bemerkenswert", erklärte sie gerade so laut, dass auch einige der Zuschauer, inklusive Alric, sie verstehen konnten, "...doch von nun an komme ich alleine zurecht. Tretet bitte etwas zurück." Auch wenn sie durch und durch höflich klang, machte ein einziger Blick in ihre Augen unmissverständlich klar, dass es sich keineswegs um eine Bitte gehandelt hatte.

Den Männern keine weitere Beachtung mehr schenkend, wandte sie sich wieder Orphilia zu. Den Kopf des Mädchens erneut in den Nacken ziehend, warf sie den Schwamm fort und träufelte ihr ein wenig des Wein-Wasser-Gemischs auf die Lippen. Genug, um die Lebensgeister der Sklavin wieder zu wecken, zu wenig aber, als dass sie sich verschlucken oder ihr übel werden konnte. Lhynne war sich im Klaren darüber, dass sie nicht den Eindruck erwecken durfte, sich zu sehr um die junge Frau zu kümmern, aber eine völlig leblos in ihren Fesseln hängende Orphilia würde niemandem ein gutes Schauspiel liefern und ein eben solches hatte Alric nun einmal verlangt.

Auch wenn sie nicht in seine Richtung sah, spürte sie den Blick des Magiers auf sich ruhen. Hätte die Situation sie vor Wochen noch extrem nervös werden lassen, zog sie nun Kraft aus der Aufmerksamkeit ihres Herrn. Natürlich wusste sie um die Brisanz, wusste, dass die Gefahr bestand, Alric zu enttäuschen, aber sie war sich auch ihrer Chance bewusst. Sie konnte ihrem Herrn zeigen, dass sein Vertrauen in sie gerechtfertigt war. Sofern sie keinen Fehler machte...

Alric wusste um Orphilias Wert, dessen war sie sich sicher. Ergo durfte sie bei dem Mädchen keine Narben hinterlassen, was vermutlich der Fall wäre, sollte sie den Ratschlag ihres Vaters befolgen und 'ruhig fest zuschlagen'. Allerdings bestand ein nicht ganz unbeträchtlicher Teil von Orphilias Wert in ihrer Jungfräulichkeit, die es also zu erhalten galt.

Nachdem die Stygierin in Lhynnes Augen genug getrunken hatte, entzog sie ihr den Becher und kippte den Rest des Inhalts über die nackten Brüste der Sklavin. In einer schnellen Bewegung zog sie anschließend die Peitsche darüber, nicht übermäßig fest, aber doch so, dass es weh tat und durch den Knall nun auch wirklich jedes Augenpaar auf den beiden Frauen ruhte.

Mit einem kühlen Lächeln auf den Lippen drehte sie den Griff der Peitsche in ihrer Hand und drapierte den Rubin unmittelbar vor dem Ring, welcher Orphilias Mund geöffnet hielt. Langsam schob sie ihn hinein.

"Lutsch daran", befahl sie gut hörbar. "Und gib dir Mühe. Wenn Du dir zu wenig gibst, bekommst Du das andere Ende der Peitsche zu spüren, es liegt ganz bei dir."


Alric:
Erstaunt beobachte Alric das Schauspiel. Er hätte erwartet das Lhynne Orphilia länger die Peitsche kosten lässt. Dass er ihr stattdessen den Griff gegen den Mund drückt, war in seinen Augen hingegen eine überraschende Wendung. Nun, denn Menschen würde es gefallen, während er selbst Lhynne dabei ein wenig besser studieren konnte. Ihre Prüfung war längst nicht zu Ende. Im Gegenteil. Alric beabsichtigte die Herausforderung zu erhöhen. Langsam kam er näher. Doch im Moment war er fast wie ein Schatten. Alle Aufmerksamkeit war auf Lhynne und die Sklavin gerichtet. Tonlos bewegte Alric seine Lippen.

Das Sklavenmädchen Orphilia hingegen hatte ganz andere Gedanken. Fieberhaft überlegte sie, was sie jetzt tun sollte. Der Trank was das köstlichste, was man ihr in ihrem Leben angeboten hatte. Nicht wegen des Weins, sondern weil es ihr eine Erleichterung brachte, wie es gefühlt noch nie jemand getan hatte. Gerne hätte sie der Herrin dafür die Füße geküsst oder sich sonst irgendwie bei ihr bedankt. Doch sie konnte nichts sagen.

Lhynnes Schläge unterbrachen ihren Gedankenfluss nur kurz. Der Schmerz war keine unbekannte Lektion für eine Sklavin. Die älteren Frauen hatten sie in ihren jungen Jahren schon oft weit härter Gezüchtigt. Jeder Fehler brachte Peitsche, Rute oder Paddel mit sich. Ein Umstand der sie nun den Schmerz leicht ertragen ließ, auch wenn sie deutlich hörbar ausatmete. Was dann kam, war jedoch etwas vollkommen Neues.

Noch nie in ihrem Leben hatte sie etwas so großes in ihrem Mund gehabt. Die Anweisung der Herrin daran zu lutschen irritiere sie, doch Lhynne gab ihr Bestes. Auch ohne die Drohung hätte das Mädchen es wohl versucht, denn sie wollte Lhynne nicht enttäuschen.

Das Publikum blickte etwas verwirrt auf das Szenario, denn die einfachen Sklaven waren damit wohl im Moment etwas überfordert. Doch ihre Neugier hielt sie fürs Erste bei Laune. Auch der Verwalter betrachtete das Schauspiel und wer genau hin sah, konnte erkennen, wie er eine Latte bekam, als seine Tochter an dem Schaft der Peitsche schleckte. Seine Lippen bebten. Seine Augen wurden ganz rot.

„Tötet Lhynne, tötet die Leibsklavin und werdet selbst Herr“, flüsterte eine Stimme im Kopf des Verwalters. Blutlust und Gier vermischten sich. Sabber tropfte aus seinem Mund seine Hand Griff an den Dolch in seinem Gürtel. Er war einer der wenigen Sklaven, denen das Tragen einer Waffe erlaubt war. Jetzt griff er danach, während er von Geilheit und Machthunger angetrieben wurde. Noch hielt er sich zurück, doch das Verlangen seinen Dolch in das zarte Fleisch von Lhynne zu stoßen, wuchs mit jedem Augenblick.


Lhynne:
Lhynne war bei weitem noch nicht fertig damit, Orphilia den Kuss der Peitsche spüren zu lassen, doch wollte sie das Ganze etwas abwechslungsreicher gestalten. Alric hatte nach einem Schauspiel verlangt, der Verwalter zuvor die Masse mit der Aussicht auf eine Schändung angestachelt, also hing die Messlatte hoch und Lhynne wollte ihren Herrn nun einmal nicht enttäuschen.

Während sie den Becher achtlos zu Boden fallen ließ, bemerkte sie den offenen Dank in Orphilias Augen, vermied es aber ihrerseits irgendein Zeichen von Freundlichkeit zu zeigen, aus welchem man ihr im Nachhinein vielleicht einen Strick drehen konnte.

Dass das Mädchen offenbar nicht recht wusste, was es mit dem Peitschengriff anfangen sollte, spielte Lhynne in die Karten. Natürlich hätte sie Orphilia auch geschlagen, wenn diese sich als Naturtalent heraus gestellt hätte, aber so war es glaubwürdiger. Der jungen Frau ein wenig Zeit gebend, begann sie mit dem Zeigefinger ihrer rechten Hand die noch feucht glänzende Brustwarze des Mädchens zu umspielen. Ganz leicht zog sie sanfte Kreise um den dunklen Vorhof und beobachtete Orphilias Reaktion.

"Gefällt es dir?", wollte sie gut hörbar wissen, den Griff dabei wieder aus dem metallenen Ring heraus ziehend.

Nach einem prüfenden Blick auf den vom Speichel des Mädchens schimmernden Rubin drehte sie die Peitsche in ihrer Hand und ließ sie abermals auf Orphilias Brüste nieder sausen. Mit langsamen, lasziv wirkenden Schritten trat sie hinter die junge Frau und nahm nun ihren Hintern ins Ziel. Mit einem lauten Klatschen landeten die fünf Riemen auf dem Po der Sklavin, fest aber nach wie vor nicht brutal. Zwei-, dreimal schnell hintereinander fand die Peitsche Orphilias Hintern, ehe Lhynne sich in aller Ruhe wieder vor das Mädchen stellte.

"Ich denke, das kannst Du besser... oder?", wollte sie wissen und schob den Griff erneut in Orphilias Mund.

Die drohende Gefahr in ihrem Rücken hatte sie bisher nicht bemerkt. Besaß sie an sich so etwas wie einen sechsten Sinn, der ihr mehr als einmal das Leben gerettet hatte, fühlte sie sich hier schlicht und ergreifend sicher. Sie war umgeben von Alrics Leuten, die ihr Herr zwar streng regierte, denen es aber besser ging als den meisten anderen Sklaven und sogar vielen in Freiheit lebenden Stygiern. Alrics Diener vergötterten ihn und somit hatte sie als das erklärte Eigentum ihres Herrn nichts zu befürchten. Davon ging sie zumindest fest aus.


Alric:
Der Magier wirkte nur wie ein unbeteiligter Zuschauer. Kein Wort, keine Bewegung, die ihn verriet. Sein Körper bewegte sich im Rhythmus des Lebens, wie ein Blatt im Wind. Weich, ohne irgendeine Besonderheit, die Aufmerksamkeit auf sich zog. Für die Menschen des Dorfes war unsichtbar und selbst Lhynne dürfte ihn nicht mehr wahrnehmen. Es war eine Form der Magie unsichtbar zu werden.

Der Geist der Menschen ließ sich leicht verwirren und der Geist des Verwalters offenbarte da durch mehr und mehr sein wahres Selbst. In seinem Kopf kämpfte eine Stimme um gehör, während die blanke Lust hervor kam. Gier nach Macht und eigener Herrschaft. Er tat nichts, um diese zu verbergen.

„Hohl ihn heraus. Zeig wie potent du bist“, flüsterte die Stimme in seinem Kopf.

Hinter Lhynnes Rücken nahm der Verwalter nun seinen Schwanz heraus. Während diese seine Tochter mit der Peitsche auf dem Arsch züchtigte, rieb er seinen dunklen Schwanz vor den überraschten Augen der anwesenden Inselbewohner. Die Sklaven kannten Nacktheit, doch diese Zurschaustellung von Lust fand in ihren Augen ein verstörendes Echo.

„Töte sie! Fick sie! Beherrsche sie alle!“ Die Stimme in seinem Kopf war so süß und verführerisch. Mit einer Hand am Dolch und der anderen am Schwanz stand er da, befriedigte sich und lauschte der süßen Umarmung, die sich um seinen machthungrigen Schwanz gelegt hatte.

Orphilia hatte Lhynne einen zustimmenden Laut entgegen gekeucht, als diese ihr die Peitsche aus dem Mund gezogen hatte. Fast lustvoll klangen die Laute aus dem geöffneten Mund, als sie Lhynnes Peitschenhiebe empfing.

Als die Herrin ihr diesmal wieder den Schaft in den Mund schob, war es jedoch weit mehr als nur bloßer Gehorsam. Sie wollte Lhynne gefallen. Sie wollte ihr zeigen, dass sie es gut konnte und schleckte voller Hingabe an dem Glied.

Die Augen des dunkelhäutigen Mädchens glänzten. Lhynne erlebte in diesem Moment vielleicht zum ersten Mal, dass jemand sie, nicht ihren Herrn priese. Ja, auch wenn sie es vielleicht nicht beabsichtigte so zähmte sie in diesem Moment das junge Mädchen, in deren Augen devote Lust funkelte.


Lhynne:
Während der Rubin wieder zwischen den weit geöffneten Lippen verschwand, sah Lhynne über ihre Schulter in Alrics Richtung. Sie erhoffte sich ein Zeichen der Zustimmung, ein leichtes Nicken, vielleicht sogar den Ansatz eines Lächelns. Oder aber den Hinweis, dass das, was sie gerade tat, nicht im Sinne des Magiers war. Noch konnte sie schließlich leicht umschwenken.

Doch Alric war nicht da. Der Stuhl, auf welchem er neben ihr gesessen hatte, war leer und auch in unmittelbarer Nähe konnte sie den Stygier nicht sehen Kurz glaubte sie ihn aus den Augenwinkeln ein Stück weiter im Hintergrund erkannt zu haben, doch als sie genauer hinsah, war dort nichts.

'Kein Grund zur Beunruhigung', mahnte sie sich. Es war zwar ungewöhnlich, dass er sich das Schauspiel entgehen ließ, aber selbst ein Mann wie ihr Herr musste nun einmal irgendwann austreten. Und konnte man es nicht als Zeichen seines Vertrauens deuten, dass er sie hier, vor all seinen Sklaven, alleine ließ? Sollte sie sich nicht geehrte fühlen?

Doch Lhynne fühlte sich nicht geehrt. So sehr sie sich auch einzureden versuchte, dass ihre Reaktion albern, ja geradezu kindisch war, fühlte sie sich zutiefst alarmiert. Aber warum auch immer Alric sich zurück gezogen hatte, er würde seine Gründe haben und es lag nicht an ihr, diese hier und jetzt heraus zu finden.

Ihre Aufmerksamkeit wieder auf Orphilia lenkend, bemerkte sie erst jetzt, mit welcher Hingabe das Mädchen am Griff der Peitsche leckte. Irritiert blinzelnd drehte sie den Rubin ein wenig von links nach rechts, zog ihn dann aber wieder aus dem metallenen Ring heraus.

Ein paar Schritte zurück tretend holte sie mit der Peitsche aus und ließ die Riemen zwischen Orphilias Schenkel knallen. Dass sie sich dabei dem Verwalter genähert hatte, war ihr zwar bewusst, sein eigentümliches Verhalten blieb ihr aber noch verborgen.


Alric:
Für den Magier war es eine angespannte Situation. Er wusste, dass Lhynne nun durchaus in Gefahr war und ein Instinkt riet ihm, den Verwalter, dessen Gedanken durch ihn selbst angefeuert worden waren, einfach zu töten. Doch noch hielt Alric sich zurück. Er wollt, dass der machthungrige Verwalter seinen Wahnsinn offenbarte, und zugleich einen Grund lieferte, einen schändlichen Tot zu erfahren.

Lhynne verstand es dabei gut das Mädchen zu Quälen, doch was sie wirklich peinigte, schien Lhynne garnicht mit zu bekommen. Orphilia sah das Treiben ihres Vaters und wäre dabei vor Scham am liebsten im Boden versunken. Sie wusste, um seine Gedanken, doch niemals hätte sie gedacht, dass er sich so pervers auch in der Öffentlichkeit geben würde. Oprhilia konnte jedoch nichts machen. Der Speichel tropfte aus dem Mund des Mädchens, während sie die Folter ertrug.

Orphilia stieß einen lauten Schrei aus, der durch den Knebel zu einem verzerrten Laut mutierte und kaum mehr von einem Stöhnen zu unterscheiden war. Der Hieb traf sie an einer Stelle, die für die Sklavin überraschend war, denn gemeinhin schlug man sie auf den Rücken oder den Arsch. So jedoch konnte sie sich nicht wehren und musste die Schläge mit der Peitsche ertragen, die wie Feuer auf ihrer Haut brannten. In gewisser Weise war der Schmerz jedoch auch eine willkommene Ablenkung von den Taten ihres Vaters.

In dem Moment, als Lhynne Orphilia zwischen den Schenkeln traf, stöhnte jedoch noch jemand anderes laut auf. Der Verwalter, der schon die ganze Zeit beim Anblick seiner gequälten Tochter seinen Schwanz in Öffentlichkeit massiert hatte spritzte ohne weitere Vorwarnung ab und der Schwall seines Spermas traf Lhynnes Schenkel.

„Ich mach dich fertig!“, keuchte er laut und zog seinen Dolch, während die letzten Spritzer seines Samens aus dem Rohr liefen.

„Assss aufffffffff, Einnnnnn!“, schrie Orphilia Lhynne eine Warnung zu, als sie ihres Vater mit gezückter Klinge auf Lhynne zustürmen sah.

Alric selbst war in der Nähe, doch noch griff er nicht ein. Lhynne wusste, dass sie auf dieser Insel Herrin über Leben und Tot war. Jetzt stand sie vor dem härtesten Test.


Lhynne:
In der Tat schob Lhynne Orphilias gequälten Gesichtsausdruck auf die Mischung aus Erregung, Scham und Schmerz, mit der das Mädchen gerade zu kämpfen hatte. Auch wenn sie wohl bereits des öfteren Schläge kassiert hatte, war sie doch vermutlich noch nie zuvor auf eine vergleichbare Weise öffentlich gedemütigt worden. Dabei war es nicht einmal so, dass Lhynne ihr Tun sonderlich genoss, aber sie hielt die gut dosierten, immer wieder durch Pausen aufgelockerten Treffer mit der Peitsche für die harmloseste Strafe, mit der Orphilia aus dieser ganzen Sache heraus kommen konnte. Ergo musste die junge Frau die Prozedur einfach über sich ergehen lassen, gequälte Mimik hin oder her.

Aber auch wenn Lhynne die perverse Lust fehlte, die manch anderer Zuschauer, allen voran Orphilias Vater, zu empfinden schien, erwärmte sie sich langsam für die Strafe. Sie hatte noch nie jemanden gezüchtigt und die Reaktion des Mädchens auf die gut gezielten Schläge so hautnah mitzuerleben, war... interessant. Ein Lächeln umspielte flüchtig die Mundwinkel der blonden Frau, als Orphilias Schrei deutlich mehr die Klangfarbe eines Stöhnens annahm.

Der Anflug des Lächelns erstarb allerdings jäh, als etwas klebriges auf ihre Wade traf. Irritiert drehte Lhynne ihr Bein, um mit hoch gezogenen Augenbrauen die milchig-weiße Flüssigkeit in Augenschein zu nehmen, die soeben langsam ihre Haut hinab rann. Dieser unverfrorene Verwalter hatte doch nicht etwa...? Doch ehe sie ihren Gedanken zu Ende führen konnte, nahm sie aus den Augenwinkeln die entscheidende Bewegung wahr.

Alric hatte ihr ihre Kraft genommen, ihre Ausdauer, nicht aber ihre Schnelligkeit. Vielleicht war sie inzwischen ein wenig eingerostet, für den Verwalter aber, der ganz sicher nicht im Nahkampf geschult war, sollte es reichen. Ohne sich von Orphilias Warnung, oder gar vom Ausruf ihres Vaters ablenken zu lassen, tauchte die ehemalige Assassine nach links weg. Auf ein Knie nieder gelassen wich sie so dem ungestümen Angriff aus und zog gleichzeitig die Peitsche mit so viel Schwung wie möglich flach über den Boden. Sofern der Verwalter nicht über extrem gute Reflexe verfügte, würden sich die fünf Enden um seine Fußgelenke wickeln und sein eigener Schwung würde ihn zu Fall bringen.


Alric:
Mit hohen Bogen landete der Verwalter auf dem Boden. Ein lauter Schmerzensschrei entkam seiner Kehle. Zorn und Wut funkelten in seinem verwirrten Geist. Er hatte zwar den ersten Angriff verloren, doch zeigte sein Verhalten ganz offensichtlich keine Spur von Aufgabe. Im Gegenteil. Zornig rappelte er sich wieder auf und versuchte Lhynne erneut anzugreifen.

Der Dolch in seiner Hand funkelte auf, während die Menge unruhig dem Schauspiel folgte. Die Menschen wollten Blut sehen. Wessen Blut am Ende floss war ihnen dabei vermutlich egal, auch wenn der verhasste Verwalter nach seinem entwürdigendem Vorspiel, gewiss auch die letzten Sympathien verspielt hatte. Wenn er es schaffte, Lhynnes zarte Haut aufzuschlitzen, würde er gewiss erneut in ihrer Gunst stehen. Doch der Verwalter war kein Kämpfer. Mit der Technik eines betrunkenen Schlägers stürmte er erneut auf Lhynne zu.

„Töte ihn langsam aber überzeugend“, sprach auf einmal eine Stimme in Lhynnes Kopf. Es war die vertraute Färbung von Alric, die jedoch scheinbar direkt in ihrem bewusstsein entstand.

Für die Menge war Alric immer noch unsichtbar. Der Magier stand nur wenige Meter vom Kampfgeschehen entfernt und beobachtete wie ein Schiedsrichter das Schauspiel. Der Sieger jedoch stand für ihn von Anfang an fest. Hätte Lhynne durch ihre eigene Ungeschicklichkeit einen Fehler gemacht, wäre Alric wohl in den Kampf eingebunden gewesen, nur um seine Leibsklavin dafür später bluten zu lassen.

So jedoch erfüllte sie genau ihren Teil im Spiel des Magiers. Sie war eine Schachfigur und vollführte ihre Spielzüge um den Mann, den Alric von seinem Posten entfernen wollte zur allgemeinen Unterhaltung zu beseitigen.


Lhynne:
Zufrieden vernahm Lhynne den Aufprall und wirbelte selbst wieder auf die Beine. Die Peitsche zurück ziehend, während der Verwalter sich mühsam wieder aufrappelte, wartete sie darauf, dass er sich in den Staub warf um um Vergebung zu betteln, doch der Zorn in seinen Augen belehrte sie eines besseren. Sein Leben war verwirkt, das musste ihm klar sein und nun schien er seine ganze angestaute Wut auf sie zu projizieren.

Wo bei allen Göttern steckte Alric?!

Früher hätte ihr ein Gegner wie der Verwalter keinerlei Probleme gemacht, aber 'dank' der Fürsorge ihres Herrn besaß sie nun einmal kaum noch Kraft, von Ausdauer ganz zu schweigen. Die Sonne brannte nach wie vor unbarmherzig auf sie hinab und sie spürte ihren Schweiß zwischen ihren Brüsten kitzeln und ihren Rücken hinab rinnen.

Doch gerade, als sie zu einer gedanklichen Schimpftirade über ihren Herrn ansetzen wollte, hörte sie seine Stimme. Nicht hinter oder neben ihr, nein, sie schien IN ihrem Kopf zu sein, als habe der Magier einen Weg gefunden, ihre Gedanken anzuzapfen. Ein, zwei Sekunden brachte Lhynne der Befehl aus dem Konzept. Nicht lange genug, als dass der Verwalter es hätte ausnutzen können, bei einem geschulteren Gegner aber hätte es vermutlich die entscheidende Wendung bedeutet.

Alric wollte also, dass sie den Kerl tötete? Großartig, erst zog er ihr die Krallen und nun verlangte er, dass sie damit jemandem die Kehle aufriss. Jemandem, der vermutlich doppelt so viel wog, wie sie selbst.

Ruhig stehen bleibend, als der Verwalter den zweiten Angriff startete, ließ Lhynne ihn kommen, um dann im letzten Moment erneut auszuweichen. Dieses Mal allerdings ließ sie die Peitsche durch die Luft zischen und nicht flach über den Boden. Wie geplant wickelten sich die Enden um den feisten Hals des Mannes, der Ruck aber, der durch ihren Arm ging, als sie ihn nach hinten zog, ließ sie für einen Augenblick glauben, sie habe sich die Schulter ausgerenkt.

Mit einem Schrei zerrte sie an der Peitsche, die den Verwalter zwar nicht strangulierte, ihm aber doch das Atmen schwer machte. Und er reagierte, wie es die meisten Menschen in einer solchen Lage tun würden: reflexartig griff er mit beiden Händen nach den Lederriemen und versuchte sich zu befreien. Dass er dabei mit dem Rücken gegen das genau hinter ihm stehende Holzgestell prallte, an welchem nach wie vor seine Tochter hing, ging ihm wohl erst auf, als Lhynne die Peitsche noch einmal um seinen Hals zog und hinter dem Holzbalken verknotete. Eine simple, aber äußerst effektive Fesselung.

Eilig wirbelte Lhynne zu den Tischen herum, auf denen immer noch die Reste des Festmahls standen. Zielstrebig griff sie nach einem in einem Schweinerücken steckendem Messer und zog es heraus. Um zu verhindern, dass der Verwalter sie mit einem Tritt erwischte, näherte sie sich ihm von der Seite. Vermutlich rechnete er damit, dass sie ihm drohte. Dass sie ihm sein schändliches Verhalten vor Augen führte, oder erst einmal auf Alric wartete. Doch sie tat nichts dergleichen. Ohne zu zögern rammte sie das Messer genau zwischen seine Beine und nagelte ihn somit an den Holzbalken. Seinem schier unmenschlichem Kreischen nach zu urteilen, hatte sie gut gezielt. 


Alric:
Orphilia erzitterte am ganzen Körper. Sie hatte den Kampf nur am Rande mitbekommen. Ihr Herz blieb fast stehen, als die den Kampf beobachtete. Ihre Loyalität schwankte zwischen der immer noch vorhandenen Solidarität für ihren Vater und der naiven Zuneigung zu ihrer Herrin, die auch wenn sie sie bestraft hatte, doch so etwas wie Sicherheit für das Mädchen bedeutete.

Ihr Vater hingegen kannte in diesem Moment nur Schmerz. Verzweifelte Schreie kamen aus dem Mund des Verwalters. Er kämpfte gegen die improvisierte Fesselung an und bäumte sich zugleich unter dem höllischen Schmerz auf, den Lhynne ihn spüren ließ. An Gegenwehr war nicht mehr zu denken.

Das Mädchen hatte Mitleid mit ihrem Vater. Sie wollte nicht, dass er so leiden musste, auch wenn sie seine Grausamkeit oft genug selbst gespürt hatte.

Damit war sie jedoch alleine. Keiner der anderen Sklaven schien Mitleid mit dem Verwalter zu haben und so bekam Lhynne tobenden Beifall, als sie das Messer in den Leib des alten Sklaventreibers trieb, der sich vor ihren Augen vollkommen lächerlich gemacht hatte. Langsam ließen die Kräfte von Lhynnes Opfer nach.

Jetzt war die Stunde des Herrn gekommen. Lhynne konnte plötzlich Alrics Hand an ihrer Wange spüren, als er wie aus dem Nichts neben ihr auftauchte und sie mit seiner festen, doch zärtlichen Hand streichelte. Spielerisch bewegte sich wie der Geist aus der Flasche. Er ließ Lhynne seine Nähe spüren, und auch die anderen Dorfbewohner bemerkten ihn jetzt.

„Dieser Mann ist ein Verräter. Dieser Mann hat nicht nur versucht, meine Leibsklavin anzugreifen. Nein, er hat auch euch hintergangen und euch um eure Arbeit betrogen“, verkündete Alric mit lauter Stimme. Seine Hand streifte über Lhynne Nacken während er hinter sie trat und ihren vom Kampf erregten Körper mit seinem berührte. Der Verwalter hingegen konnte kaum etwas machen, außer nach Luft zu ringen und zu Bluten.

„Er hat die Versorgungsgüter, die für euch bestimmt waren für sich selbst genutzt und selbst seine eigenen Tochter als Mittel eingesetzt um seine Gier zu stillen.“

Die Menge lauschte nun gebannt ihrem Herrn. Es war fast so, als wenn Alric nun der weise Richter war, der sie von dem Übel erlösen würde, welches sie plagte.

„Was für ein Schicksal hat so ein Wurm verdient, frage ich euch?“

„Den Tot!“, brüllte die Menge fast euphorisch. „Den Tot!“

„So sei es“, meinte Alric als sie sich etwas beruhigt hatten.

Seine Finger streiften über Lhynnes Hals und er sprach leise zu ihr. „Beende es, meine geliebte Sklavin.“


Lhynne:
Warm spritzte das Blut aus der frischen Wunde und legte sich auf Lhynnes Arme, überzog ihre Beine mit einem roten Muster und benässte den Boden. Adrenalin toste durch den Körper der Assassine und ließ sie regelrecht erstrahlen. Normalerweise waren es gesichtslose Fremde, denen sie das Leben nahm, dieses Mal aber genoss sie es. Der Verwalter hatte sie angegriffen, sie töten wollen und Schande über Alric gebracht. Er verdiente den Tod und Lhynne war bereit, ihn zu überbringen.

Dass Orphilia die Qualen ihres Vaters so hautnah miterlebte, hätte sie zwar gerne vermieden, doch hatte sich im Eifer des Gefechts bisher keine Möglichkeit dazu ergeben. Wenn das Mädchen klug war, würde es sich zurück ziehen, die Augen und vor allem den Geist vor dem verschließen, was nun kommen würde. Doch das musste Orphilia alleine schaffen.

Den Dolch mit einem Ruck aus dem Unterleib des wie von Sinnen schreienden Mannes ziehend, reckte sie die blutige Waffe in die Höhe, als die Menge in tosenden Jubel ausbrach. Das Hochgefühl spiegelte sich deutlich in ihren funkelnden blauen Augen, doch war sie professionell genug, um sich nicht davon mitreissen zu lassen. Alric hatte ihr einen deutlichen Befehl erteilt und sie würde ihn ausführen. Sie war sein Wille, sein Arm, sie würde ihn mit Stolz erfüllen.

Dass sie außer Atem war, dass ihr ganzer Körper inzwischen vor Schweiß glänzte, dass ihre Muskeln bereits zu zittern begannen, all das zählte nicht. Sie würde beenden, was sie begonnen hatte und... wie von selbst schlossen sich ihre Augen, als sie Alrics Berührung spürte. Die Hand mit dem Dolch sinken lassend, schmiegte sie ihre Wange gegen seine Hand, froh und erleichtert, ihn wieder bei sich zu wissen.

Schweigend, während ihr Herr nun das Wort an die Dorfbewohner richtete, erschauerte sie unter seiner Nähe. Alric konnte spüren, wie ihr Leib bebte und sie sich gegen ihn drängte. Sie hatte keine Ahnung, warum die Situation sie dermaßen erregte, doch am liebsten wäre sie hier und jetzt vor ihrem Herrn auf die Knie gesunken.

Aber der hatte andere Pläne. Nachdem die Menge wie zu erwarten reagiert hatte, hörte sie seinen leise gesprochenen Befehl. Den Dolch wieder fester umfassend löste sie sich von ihm und trat neben den Verwalter. Mit einem harten Griff in seine Haare zog sie seinen Kopf in den Nacken. Die Klinge an die somit überstreckte Kehle setzend, blickte sie zu Alric, wie um auf sein Zeichen zu warten. Ein paar Sekunden lang verharrte sie so, dann durchtrennte sie den Lebensfaden des Verwalters mit einem schnell geführten Schnitt.


Alric:
Die Menge jubelt begeistert, als das Blut sterbenden Mannes durch die Luft spritzte und sein letzter Lebenshauch erlisch. Mit weit aufgerissenen Augen lehnte er an den Pfahl, bevor er zur Seite Kippte und schließlich im Sand der improvisierten Arena liegen blieb.

„Ich bin stolz auf dich, meine Sklavin“, flüsterte eine Stimme in Lhynnes Kopfs.

Ihr Herr stand ganz nahe bei ihr und seine Hand streifte ihre nackte Haut, so wie sie es schon so oft in einer Liebesnacht getan hatte. Heute war es jedoch anders. Heute waren sie nicht nur intim. Heute hatten sie gemeinsam gemordet, denn dieses Schauspiel war natürlich nichts anderes als eine von Alric inszenierte Hinrichtung, auch wenn die Schachfiguren dieses Spiels ihre Rolle erst im letzten Augenblick begriffen.

Das Volk jedoch sah, was es glauben wollte. Für ihre Augen war es Aktion und Reaktion. Für die Menschen der Insel war der Gerechtigkeit Genüge getan. Zumindest was das Schicksal des Verwalters anging.

Über Orphilias Schicksal war noch nicht entschieden. Nicht wenige der Sklaven, besonders der Sklavinnen schienen in diesem Moment dafür zu sein, dass auch sie das Schicksal ihres Vaters teilte. Und manch ein Mann hätte sie gerne dabei von der Schande befreit, als Jungfrau zu sterben.

Alrics Finger streiften hinab an Lhynnes Körper, so als würde er ihr gleich den Wunsch nach Lust erfüllen, der in ihr ruhte. Doch in diesem Moment war nicht die richtige Zeit, auch wenn ihn ihm vielleicht das Verlangen ebenso vorhanden war. Nein, jetzt ging es um eine Weichenstellung.

„Willst du das sie stirbt oder soll sie mit uns weiter leben?“, fragte Alrics Stimme so leise und doch bestimmt, dass nur Lhynne dies vernehmen konnte. Nun lag es in ihrer Hand. Sie hatte auf der Insel der Sklaven zum Ersten Mal, seit sie bei Alric war, so etwas wie Verantwortung. Fluch und Segen in einem. Die Hand des Herrn blieb dabei auf ihrem Körper, denn er gab ihr zu verstehen, dass er bei ihr war. Immer.


Lhynne:
Wie sehr Alric die Hinrichtung des Verwalters inszeniert hatte, war Lhynne nicht bewusst, wohl aber ahnte sie, dass der Ausraster des Mannes ihrem Herrn mehr als nur ein wenig in die Karten gespielt hatte. Orphilias Vater hatte sich bereits zuvor mehrfach durch seine Handlungen disqualifiziert, nichts davon aber war 'schlimm' genug gewesen, um seinen Tod zu fordern. Natürlich hätte Alric ihn dennoch anordnen können, schließlich war er als ihr aller Herr niemandem Rechenschaft schuldig, doch galt er als hart, aber gerecht und ein willkürliches Todesurteil hätte an seinem Ruf gekratzt.

Wissend, dass hier und jetzt kaum der richtige Zeitpunkt war, um sich gehen zu lassen, riss Lhynne sich zusammen und vertrieb die Bilder des nackten Stygiers aus ihren Gedanken. Den blutigen Dolch zu Boden fallen lassend, schenkte sie ihm ein offenes Lächeln, ein leises "Danke, Herr..." zurück flüsternd.

Orphilia hatte Lhynne für den Augenblick völlig vergessen. Euphorisiert durch den Kampf und das Lob ihres Herrn, wandte sie sich erst wieder dem Mädchen zu, als Alric sie auf ihr Schicksal ansprach. Leise, so dass keiner der Dorfbewohner auch nur ein Wort verstehen konnte, legte er das Leben der Sklavin in ihre Hände. Er machte kein öffentliches Schauspiel aus ihrer Wahl und ließ sie frei entscheiden.

Nachdenklich betrachtete Lhynne die junge Frau. Nach wie vor gefesselt und geknebelt stand das Entsetzen deutlich in den dunklen Augen, doch zuvor hatte sie noch etwas anderes darin entdeckt. Vollkommene Ergebenheit.

"Ich denke, dass sie ihre Strafe bereits erhalten hat, Herr", gab sie schließlich ebenso leise zurück.


Alric:
Der Magier schien Lhynne diesmal wirklich eine Wahl zu lassen, denn als sie ihm ihre Antwort zuflüsterte, überlegte er erstaunlich lang. Er hatte wohl bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht letztlich über Orphilias Schicksal entschieden, auch wenn er natürlich die Optionen sehr wohl gegeneinander aufwuchs.

Orphilia, die gerade den Tod ihres Vaters miterlebt hatte starrte immer noch Fassungslos auf das Szenario, welches sich vor ihr darbot. Das Blut ihres Vaters klebte an Lhynnes Händen und doch fühlte die Sklavin keinen Hass gegen sie. Es war vielmehr ein vollkommenes Chaos, welches sich hinter ihren dunklen Augen abspielte, denen schon zu viele Tränen entkommen waren. Die Blicke der anderen Sklaven waren jedoch auf sie gerichtet. Viele wollten, dass auch ihr Blut floss.

„Heute ist für euch ein besonderer Tag“, erklärte Alric auf einmal. „Heute soll für euch ein Feiertag sein, denn durch den Tod des korrupten Verwalters wird es auch euch besser gehen. Deshalb esst, Bewohner der Insel. Speist mit mir, eurem Herrn, wie es sonst nur der Verwalter heimlich tat.“

Die Menge reagierte sofort und blickte zu ihrem Herrn. Er war sich jetzt ihrer Aufmerksamkeit gewiss. Jetzt hieß es die Kontrolle zu übernehmen.

„Die Frauen, die bereits Kinder geboren haben sollen zum Haus des Verwalters gehen. Geht in seinen Keller und bringt alles, was er dort an Vorräten vor euch verborgen hatte und tischt es uns auf. Heute soll niemand meiner Sklaven Hungern.“

Alric hatte bewusst eine bestimmte Gruppe ausgewählt, denn er wollte nicht, dass alle auf einmal in einem Mob los stürmten. Sofort machten sich die ersten Frauen auf den Weg.

„Die Mädchen, die noch keine Kinder bekommen haben, sollen für uns Tanzen. Die Tochter des Verwalters wird jedoch nicht mit machen. Sie ist nicht länger Teil eurer Gemeinschaft. Ich werde sie mit nehmen und der Welt dort draußen überantworten. Solange das Fest geht, wird sie angebunden bleiben.“

Die Männer jubelten glücklich ihrem Herrn zu. Es würde keine besondere Darbietung sein, doch für die Inselbewohner war es eine Zerstreuung. Sofort kam Bewegung in die Gruppe und jeder tat sein Bestes um diesem Fest seine Note zu geben.

Alric selbst streichelte seiner Leibsklavin über den Rücken und küsste ganz unscheinbar ihren Nacken, bevor er sich zu seinem Thron zurück gesellte.


Lhynne:
Während Alric offenkundig über Orphilias Schicksal entschied, schwieg Lhynne. Sie hatte ihre Argumente bereits zu einem früheren Zeitpunkt vorgebracht und wollte ihren Herrn nicht langweilen oder gar verärgern, indem sie es noch einmal tat. Wie versprochen hatte sie ein gutes Wort für die junge Sklavin eingelegt, doch die Entscheidung, was letzen Endes mit ihr geschah, oblag alleine dem Magier.

Eher flüchtig musterte sie das Mädchen, das den Leichnam ihres Vaters anstarrte, als läge ein Bann auf ihr. Lhynne wusste nicht, was das Geschehene mit Orphilias Verstand angestellt hatte, aber jetzt war nicht der richtige Zeitpunkt, um dies heraus zu finden. Vielleicht war sie an dem, was sie mit hatte ansehen müssen, zerbrochen. Vielleicht hatte die Hinrichtung, denn um nichts anderes hatte es sich nun einmal gehandelt, auch Hass in ihr gesät. In beiden Fällen wäre sie für Alric nicht mehr zu gebrauchen und würde den Tod finden. Vielleicht aber würde Orphilia die Geschehnisse auch als die Chance begreifen, die sie für sie darstellen könnten. Doch das blieb abzuwarten.

Ruhig und aufmerksam lauschte Lhynne dem Urteil des Magiers. Sympathie hin oder her, sie würde es vollstrecken, auch wenn dies bedeutete, dass sie mit dem Dolch eine weitere Kehle öffnen musste. Doch Alric entschied anders und seine Leibsklavin dankte es ihm mit einem offenen Lächeln.

Während er sich wieder zurück an die Tafel gesellte, hob Lhynne den Dolch auf. Nicht, dass sie vor hatte, ihn noch einmal zu benutzen, doch schien es ihr keine gute die Idee, die Waffe so offen herum liegen zu lassen. Die Gemüter waren erhitzt und nicht selten war es die passende Gelegenheit, die aus einem treuen Gefährten plötzlich einen Dieb machte. Oder aus einem Sklaven einen Angreifer.

Kurz überlegte sie, ihrem Herrn sofort zu folgen, doch waren ihre Arme und Beine nach wie vor mit dem Blut des Verwalters übersäht. Unschlüssig blickte sie sich um. Ein mit Wasser gefüllter Eimer neben einem der Häuser war zwar nicht gerade eine Badewanne, doch musste er für den Moment genügen. Lhynne kniete sich daneben auf den Boden und säuberte ihre Hände und Arme so gut es eben ging. Schon bald aber hatte das Wasser eine rostrote Farbe angenommen und so verzichtete die Aquilonierin darauf, sich auch noch um ihre Beine zu kümmern.

Den Dolch mit der Spitze nach unten in ihrer rechten Hand haltend, näherte sie sich ihrem Platz an der Tafel. Die Waffe neben Alrics Thron auf dem Boden abgelegt beugte sie sich zu ihrem Herrn, um ihm etwas ins Ohr zu flüstern.

"Darf ich mich wieder zu Euch setzen, oder soll ich mich zuerst besser her richten, Herr?"


Alric:
Für einen Moment überlegte Alric, als er Lhynne musterte. Sie hatte recht. Sie war noch nicht sauber. Auf der anderen Seite würde eine Reinigung, die auch den letzten Rest beseitigen würde, lange dauern. Zu lange. Er wollte Lhynne an seiner Seite haben. Die Sklaven würde das Blut nicht weiter Stören. Im Gegenteil. Sie würden daran erinnert, wie eine zierliche Schönheit den bulligen Attentäter mit seinem Dolch überwand und zur Strecke brachte.

„Bleib hier und setz dich zu mir. Ich will, dass wir gemeinsam dieses Fest ausklingen lassen. Für alles andere ist später noch Zeit. Viel Zeit.“ Er lächelte milde und reichte ihr einen Kelch mit Wein. Er deutete ihr doch nicht einen Stuhl, sondern dein Platz zu seinen Füßen, während sein Blick über die Masse wanderte.

Auch wenn die Mädchen nun tanzten und Musik aufgespielt wurde, kehrte langsam so etwas wie Ruhe in das Fest ein. Die Menschen freuten sich und waren mit ihrem bescheidenen Glück zufrieden. Sie hatten Unterhaltung und reichlich zu essen. Beides war wichtig, denn für Sklaven war dies bereits ein Luxus.

Alric hingegen lächelte nur milde, denn für ihn war dieser Moment nur Teil seiner Rolle. Eine Rolle, die er außerhalb der intimen Nähe zu seiner Sklavin spielt und die ihm selten wirkliches Vergnügen bereitete. Er musste Regieren, weil dies Teil des Machtspiels war. Sein Reichtum sicherte seine Macht in Stygien. Aber der Reichtum an sich bedeutete ihm nicht viel, wenn der ihn nicht in seinem Sinne nutzen konnte. So war er froh, dass Lhynne an seiner Seite war. Ihre Nähe zauberte ein Lächeln auf seine Miene, während seine Hand nach ihr Griff und ihren Körper streichelte.

Orphilia hingegen musste weiter warten. Sie war ein Objekt geworden, welches erniedrigt wurde, auch wenn keiner mehr Hand an sie legte. Ihr Schicksal stand für das Mädchen in den Sternen und in diesem Moment wusste sie nicht, ob sie sich nicht einfach nur den Tod wünschen sollte.

„Genieße den Tag hier auf der Insel, Lhynne“, sprach Alric. „Morgen kommt ein Schiff, welches uns von diesen glücklichen Menschen fort bringen wird.“


Lhynne:
In einer fließenden Bewegung sank Lhynne auf die Knie. Es machte ihr nichts aus, zu den Füßen ihres Herrn Platz zu nehmen, ganz im Gegenteil begrüßte sie es sogar. Eine Schläfe gegen sein Knie gelehnt, streichelte sie mir ihrer freien Hand über seine Wade. Geschützt vor den meisten Blicken konnte sie Alric auf diese Art und Weise nahe sein, ohne dass es vielleicht unangemessen wirkte.

Dankbar für den Wein leerte sie nach und nach den Kelch und stellte ihn anschließend neben sich auf den Boden. Ein Teller mit Obst stand nahe genug an der Tischkante, dass sie sich hin und wieder etwas davon nehmen konnte ohne ihre Position großartig zu verändern. Hunger hatte sie zwar an sich keinen mehr, aber die Früchte taten dennoch gut.

Jetzt, wo das Adrenalin sich wieder verflüchtigte, spürte Lhynne die Folgen des Kampfes. Ihre Schulter tat weh, vor allem aber machte ihr die Hitze zu schaffen. Zum Glück spendete der Tisch ein wenig Schatten, doch die Aquilonierin sehnte die Abendstunden herbei, die mit etwas Glück Abkühlung versprachen.

Das Blut, welches nach und nach auf ihrer Haut trocknete, störte sie hingegen nicht weiter. Sicher, wenn die Möglichkeit bestanden hätte, hätte sie sich gewaschen, doch war sie viel zu sehr daran gewöhnt, als dass sie Ekel oder etwas in der Art empfunden hätte.

Auf Alrics Erklärung, dass sie bereits am nächsten Tag abreisen würden, erwiderte sie nichts und doch stimmten seine Worte sie nachdenklich. Sie wusste nicht, wohin ihre Reise sie führen würde und sie hatte auch nicht vor zu fragen. Wenn der Stygier wollte, dass sie ihr Reiseziel kannte, würde er es ihr sagen. Wenn nicht, dann nicht. Und im Grunde war es auch unerheblich. Das einzige, was sie wirklich hoffte war, dass Alric weiterhin in dieser beinahe gelösten Stimmung bleiben würde, die ihn seit ihrem Aufbruch aus Khemi umhüllte.


~~~♥~~~
Wird fortgesetzt ....

Kommentare:

  1. Schön. Spannend. Beeindruckend.

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  2. Wow, das Warten hat sich gelohnt ... auch wenn ich jetzt schon wieder auf Entzug bin ;-)

    M2C

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  3. Faszinierend und sehr spannend, wie sich die Beziehung der beiden mehr und mehr verändert und damit auch die Handlungsweisen, einfach genial und packend ist diese Geschichte in den letzten Folgen geworden. Ich hoffe sehr, dass es noch ein paar Folgen mehr werden, bin schon sehr gespannt darauf.
    Gruß Nachtwind

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